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Mathe im vorschulischen Alltag

 

Bereits vor ihrer Schulzeit entwickeln Kinder erstaunliche Kreativität und vielfältige Varianten im Umgang mit Reihen, Zahlen, Mengen, Längen und Größen:

  • Sie lernen Kleidungsstücke in der richtigen Reihenfolge anzuziehen.
  • Beim Zuknöpfen ordnen sie jedem Knopfloch einen passenden Knopf zu.
  • Das Aufräumen eines Zimmers setzt Klassifikation voraus, etwa, wenn alle Bücher in das Regal, alle Bausteine in die Kiste geräumt werden.
  • Auch Aufteilungsstrategien erwerben die Kinder schon vor der Schule, wie beim Verteiler einer Tüte Bonbons oder beim Tischdecken.
  • Beim Kartenspielen sind im Gleichmaß Spielkarten zu verteilen.
  • Bei Würfelspielen ist die Zahl der Würfelaugen zu addieren. Dabei lassen sich die Spielfelder als Gesamtmenge nutzen, von denen das Kind beispielweise „vier Felder vorrücken“ soll. Zahlwörter und Ziffernsymbole Alltag und sehr früh erlernen sie die Zahlenwortreihe.
  • Anfangs benutzen die Kinder Zahlworte noch ohne ein Mengen- oder Zählverständnis. Später können sie mit Hilfe der Zahlwortreihe (und meist zusammen mit Antippen der Finger) eine Menge  auszählen mit das richtige Zahlwort zuordnen.
  • Sogar über erste Rechenfähigkeiten verfügen die Kinder schon vor der Schule, etwa, wenn es um die ersten selbst verwalteten Geldbeträge geht.

Kindern begegnet Mathematik also tagtäglich in den verschiedensten Facetten. Und sie haben Freude daran, sich mit diesen Fragen auseinander zusetzen. Nutzen wir diese Neugier, diesen Lerneifer, unterstützen wir die Kinder in ihren mathematischen Entdeckungen. So geben wir ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen für das schulische Lernen.

 

Für den späteren schulischen Matheerfolg sind folgende Fähigkeitsbereiche besonders bedeutsam:

Klassifizieren und Sortieren: Erlauben Sie dem Kind, seine Spielsachen selbst und nach eigenen Kriterien zu sortieren und einzuräumen. Lassen Sie sich von dem Kind bei häuslichen Tätigkeiten wie Tischdecken und Wäschesortieren helfen. Erklären Sie dem Kind, warum Sie diese oder jene Ordnungskriterien wählen. Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ sowie Quartett-, Lege- und Würfelspiele (etwa „Mensch-ärgere-dich-nicht“, „Speed“, „Halli-Galli“, „Ligretto“) fördern besonders die mathematisch wichtigen Klassifikationsfähigkeiten.

Muster und Symmetrie (Reihenbildung): Das Entdecken von Mustern ist hilfreich, um Zusammenhänge und Regelmäßigkeiten in der Mathematik erfassen zu können. Unser Alltag besteht aus Regelmäßigkeiten und Mustern, denken wir nur an die Wochentage oder Tages- und Jahreszeiten. Auch die Entdeckung von Rhythmen, beispielweise musikalische Rhythmen, aber auch Zählrhythmen wie „2-4-6-8-10“ gehören dazu. Die Kinder erkennen Muster in der Umgebung (auf Handtüchern, Tischdecken, Gardinen, Fußbodenbelägen ) und setzen diese fort oder entwerfen auch schon selbst Muster (Perlenketten aufziehen, Karten gestalten).

Zahlwissen und Zählfertigkeiten: Kinder zählen gerne Gegenstände ab. Spielerisch können Kinder Ziffernsymbole in der Umwelt suchen: Wo überall stehen Zahlen? Wo sind große, wo kleine Zahlen? Was bedeuten die Zahlen auf die Uhr, der Haustür, dem Telefon, der Zuckertüte? Gibt es in deinem Kinderzimmer mehr Bücher oder mehr Autos?

Räumliches Vorstellungsvermögen: Der Umgang mit verschiedensten geometrischen Körpern in Form von Spielzeugen, Bausteinen und Verpackungen sowie das Verstehen von Begrifflichkeiten wie „oben, unten neben, in, auf“ fördert die Raumorientierung. Dabei unterstützen Aktivitäten wie Türme aus Bausteinen bauen, sich auf Klettergerüsten bewegen, in Kisten/Kartons hineinkriechen, sich vorwärts-, rückwärts bewegen, rechts und links unterscheiden („Mein rechter, rechter Platz ist leer.“).

Messen und Wiegen: Kinder entwickeln erste Vorstellungen über gebräuchliche Maße wie „Ein Liter ist so viel wie ein Tetrapack Milch“,  „Was bedeutet die Zahl, die erscheint, wenn ich mich auf die Waage stelle?“, „Ein Kilogramm ist so schwer wie eine Tüte Zucker“. „Ich bin so groß wie ein Meter“. Auch Fragen zum Vergleich bieten sich hier an: „Bin ich groß wie der Tisch?“, „Bin ich so schwer wie eine Tüte Zucker?“.

Die spielerische Mitarbeit in der Küche unterstützt die Entwicklung konkreter Vorstellungen von Gewicht und Volumen. Lassen Sie die Kinder abwiegen, abmessen, umschütten, auch wenn es manchmal daneben geht…

Sie helfen dem Kind, wenn sie ihm früh eine überschaubare Summe Taschengeld geben. Fragen wie „Was kannst du dir für 50 Cent kaufen?“ „Wenn du dir etwas für 2 Euro kaufen möchtest, wie viele 50 Centstücke brauchst du?“ unterstützen den bewussten und reflektierenden Umgang mit Geld.

All diese beschriebenen Situationen machen deutlich: Es geht nicht um eine isolierte Förderung mathematischer Kompetenzen; es geht um eine in den Alltag integrierte und auf kindliche Fähigkeiten orientierte Förderung. Den Kindern wird bewusst, dass viele ihrer Alltagshandlungen sich mit Hilfe mathematischer Zeichen und Begriffe beschreiben lassen. Je besser sie diese Alltagshandlungen bewältigen, desto wahrscheinlicher ist ihr mathematischer Erfolg in der Schule.

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