{"id":153,"date":"2009-12-15T21:47:04","date_gmt":"2009-12-15T19:47:04","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinespechte.de\/spechtblog\/?page_id=153"},"modified":"2016-11-09T10:57:17","modified_gmt":"2016-11-09T08:57:17","slug":"lesen-und-schreiben-in-der-vorschulzeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinespechte.de\/spechtblog\/die-zeit-vor-dem-schulbeginn\/lesen-und-schreiben-in-der-vorschulzeit\/","title":{"rendered":"Lesen u. Schreiben?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lesen und Schreiben in der Vorschulzeit?<\/strong><\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir tun, um die Kindern den \u00dcbergang vom Sprechen zum Erlernen der Schriftsprache zu erleichtern? Welche F\u00e4higkeiten brauchen Kinder, um diesen \u00dcbergang erfolgreich zu meisten?<\/p>\n<p>Hier erhalten Sie einen Einblick in die zentralen Bereiche, die dabei eine Rolle spielen. Bitte bedenken Sie: Auff\u00e4lligkeiten in der fr\u00fchkindlichen, vorschulischen Entwicklung k\u00f6nnen ein Hinweis auf sp\u00e4tere Lernprobleme sein. Doch nicht jede Auff\u00e4lligkeit muss zu einer Lernbeeintr\u00e4chtigung f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Im Folgenden beschreiben wir F\u00e4higkeitsbereiche,<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>die besonders wichtig f\u00fcr den Erwerb der Schriftsprache sind,<\/li>\n<li>die bereits in der Vorschulzeit spielerisch gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen<\/li>\n<li>und in denen Kinder, die speziell in diesen Bereichen Schwierigkeiten haben, Unterst\u00fctzung brauchen.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><em>Sehen, Erkennen, Verstehen<\/em><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Kind kann etwa ab dem 5. Lebensjahr<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Symbole, wie &#8222;b&#8220; und &#8222;p&#8220; beim gemeinsamen Anschauen klar unterscheiden<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderungen der Bedeutung von Symbolen durch Drehung und Spiegelung nachvollziehen, z.B. beim Ziffersymbol &#8222;3&#8220; und dem Buchstaben &#8222;E&#8220;<\/li>\n<li>Bilder nach Kategorien wie Farben, Formen, Gr\u00f6\u00dfen ordnen<\/li>\n<li>eine Rechts-Links-Orientierung einhalten (kulturell bedingte Lese- und Schreibrichtung)<\/li>\n<li>Bilder, Buchstaben, Ziffern, Icons, Logos unterscheiden<\/li>\n<li>einfache Muster (z.B. auf Tischdecken, Handt\u00fcchern, Fu\u00dfbodenbel\u00e4gen) erkennen und vorgezeichnete Muster fortsetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><em>H\u00f6ren und Formulieren <\/em><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Kind<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>unterscheidet Laute in W\u00f6rter (Tanne- Kanne)<\/li>\n<li>erkennt die unterschiedliche Bedeutung \u00e4hnlicher und auch gleich klingender W\u00f6rter (Pfanne &#8211; Kanne, mehr &#8211; Meer)<\/li>\n<li>unterscheidet Reime von Nicht-Reimen<\/li>\n<li>erkennt &#8222;Quatschw\u00f6rter&#8220; (Manokiru)<\/li>\n<li>kann Quatschw\u00f6rter nachsprechen<\/li>\n<li>unterscheidet W\u00f6rter und Silben<\/li>\n<li>kann Fragen beantworten und Aufforderungen verstehen und umsetzen<\/li>\n<li>kann leichte &#8222;Zungenbrecher&#8220; nachsprechen (z.B. Rasche rasen auf dem Rasen)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Achten Sie auf eine korrekte Aussprache. Diese ist Grundlage f\u00fcr richtiges Schreiben! Wortendungen d\u00fcrfen nicht\u00a0 &#8222;vernuschelt&#8220; werden.<\/p>\n<h1><em>Sprechen, Erfassen, Erz\u00e4hlen <\/em><\/h1>\n<h1>Das Kind<\/h1>\n<ul>\n<li>erkennt \u00e4hnliche S\u00e4tze<\/li>\n<li>benennt, ohne lang \u00fcberlegen zu m\u00fcssen, (Bild-) Objekte, Symbole und Farben<\/li>\n<li>kann zu Bildern kleine Geschichten erz\u00e4hlen und eine Fortsetzung finden<\/li>\n<li>verwendet immer mehr neue W\u00f6rter<\/li>\n<\/ul>\n<h1>Fr\u00fch gef\u00f6rdert ist halb gewonnen<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Spielerische \u00dcbungen:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Sehen, Erkennen, Verstehen<\/em> <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Material: Papier und Buntstifte<\/p>\n<p>Fragen an das Kind:<\/p>\n<p>&#8222;Schau mal, das sind zwei Buchstaben. Dieses ist ein <strong>p <\/strong>(Gro\u00dfz\u00fcgig vormalen) und dieses ein <strong>b <\/strong>(vormalen). (Vielleicht kennt das Kind die Namen ja schon. )<\/p>\n<p>Siehst du den Unterschied? Kannst du den Unterschied beschreiben? Kannst du die Buchstaben nachmalen?&#8220;<\/p>\n<p>Zeichen Sie ein <strong>W<\/strong> und ein <strong>M. <\/strong>&#8222;Siehst du den Unterschied? Kannst du mir ein W malen?<\/p>\n<p>&#8222;Kannst du mir bitte eine rote, blau und gr\u00fcne Welle malen (malen Sie vor), von links nach rechts?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Dieses ist ein eckiges Muster, das ein rundes. Kannst du das eckige Muster genauso weitermalen? Und das runde?<\/p>\n<p>&#8222;Welche Farben haben die Bilder? Welches ist das gr\u00f6\u00dfte, welches das kleinste? Welche sind etwa gleich gro\u00df? Welche haben denn die gleiche Farbe?<\/p>\n<p><strong><em>Spielerische \u00dcbungen:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>H\u00f6ren und Formulieren<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kann das Kind ein passendes Reimwort finden?<\/p>\n<p>Erkennt es Quatschw\u00f6rter? Bitte lesen Sie Reime vor und stellen Sie Fragen oder fordern Sie ihr Kind auf passende Reimw\u00f6rter zu finden.<\/p>\n<p>Beispiele: Hase &#8211; Nase, Kopf &#8211; Topf<\/p>\n<p><strong><em>Spielerische \u00dcbungen:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Sprechen, Erfassen, Erz\u00e4hlen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zeigen Sie dem Kind eine Bildergeschichte und erfinden Sie einen passenden Satz dazu. Ermuntern Sie das Kind, einen \u00e4hnlich aufgebauten Satz zum n\u00e4chsten Bild zu finden. Kann das Kind selbst ein Schlussbild zur Geschichte malen?<\/p>\n<p><strong>Sprache <\/strong><\/p>\n<p>Schulerfolg ist ma\u00dfgeblich abh\u00e4ngig von sprachlichen F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rdern Sie die Sprechfreude Ihres Kindes!<\/strong><\/p>\n<p>Sprechen Sie viel mit ihm und geben Sie ihm Zeit \u00fcber Erlebtes zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Lesen Sie ihm t\u00e4glich vor, z.B. vor dem Schlafengehen, sprechen Sie mit ihm \u00fcber das Vorgelesene.<\/p>\n<h1>Hinweise zu den spielerischen \u00dcbungen<\/h1>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">F\u00fchren Sie die verschiedenen \u00dcbungen in einer ruhigen, entspannten Atmosph\u00e4re durch. Manches wird dem Kind leicht fallen, anderes nicht. Eine gro\u00dfe Bandbreite unterschiedlicher Entwicklungsst\u00e4nde ist vollkommen normal.<\/span><\/p>\n<p>Falls Sie den Eindruck gewinnen, dass Ihr Kind in mehreren Bereichen deutlich schwer tut, lassen Sie bitte zun\u00e4chst abkl\u00e4ren, ob das Kind gut h\u00f6rt und gut sieht. Wenn ja, empfiehlt sich eventuell die Durchf\u00fchrung des Bielefelder Screenings zur Fr\u00fcherkennung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (BISC).<\/p>\n<p>Elternhaus und Kindergarten finden sicher einen Weg, das Kind in seinen Entwicklungen angemessen zu unterst\u00fctzen. Diese Unterst\u00fctzung sollte nicht allein auf m\u00f6gliche Defizite gerichtet sein, sondern an die St\u00e4rken und Vorlieben des Kindes ankn\u00fcpfen. Nur so erm\u00f6glichen Sie dem Kind weiterhin ein freudiges und erfolgreiches Lernen &#8211; auch im Bereich der Schriftsprache.<\/p>\n<h1>Sanfter Einstieg in das Lesen und Schreiben<\/h1>\n<h2>Richrik Lesn und SchreiBM Leanen<\/h2>\n<p>Welches Kind m\u00f6chte das nicht? Und welche Eltern freuen sich nicht \u00fcber die ersten gekritzelten Botschaften und all den Eifer, mit dem sich Ihre Kleinen an die Welt der Gro\u00dfen herantasten? Leider ist es keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass diese Begeisterung von Dauer ist. Gr\u00fcnde daf\u00fcr gibt es eine ganze Menge. Eltern und Erzieher k\u00f6nnen einiges daf\u00fcr tun, dass diese Wissbegierde anh\u00e4lt und die Bildungsbiografie der Kinder harmonisch verl\u00e4uft. Vor allem sollten Sie eines bedenken: Das Hineinfinden in die Schriftsprache&#8230;<\/p>\n<p><em>&#8230;.ist alles andere als ein Kinderspiel.<\/em><\/p>\n<p>Was einem Erwachsenen als selbstverst\u00e4ndlich erscheinen mag &#8211; dass sich S\u00e4tze aufteilen, die gesprochen W\u00f6rter in lauter einzelne Laute zergliedern und dann auch noch durch irgendwelche Zeichen abbilden lassen -, das alles ist eine Sicht auf Sprache, die f\u00fcr jedes Kind erst einmal einen prinzipiellen Blickwechsel darstellt. Pl\u00f6tzlich muss sich neben dem Inhaltwesentlich um die Form k\u00fcmmern. Es gen\u00fcgt auf einmal nicht mehr, die Botschaft des Gesprochenen zu verstehen. Jetzt muss sich das Kind gleichzeitig f\u00fcr das Geh\u00f6rte oder das beim eigenen Sprechen Gesp\u00fcrte interessieren, es\u00a0 analysieren und unterschiedlichsten Regelhaftigkeiten in Verbindung bringen.<\/p>\n<p>Hat sich der kleine Schreiblehrling auf diesen Blickwechsel eingelassen, geht es freilich erst richtig los. So selbstverst\u00e4ndlich und transparent sind diese Regelhaftigkeiten gar nicht, wie sie einem ge\u00fcbten Schreiber erscheinen m\u00f6gen. Wahrscheinlich erinnern Sie sich kaum mehr an Ihre ersten Gehversuche mit der Schrift und all die Irrungen und Wirrungen, die damit verbunden waren. Das ist eigentlich schade, denn die seinerzeit erbrachte Leistung l\u00e4sst sich sehen. Sie mussten sich damit anfreunden, dass es eine gro\u00dfe Bandbreite gibt, mir der unterschiedliche Laute von den gleichen Zeichen repr\u00e4sentiert werden (z.B. beten &#8211; Betten).<\/p>\n<p>Sie hatten sich damit zu arrangieren, dass \u00e4hnlich klingende Laute v\u00f6llig anders verschriftet werden (z.B. Vater &#8211; Sofa). Auch durften Sie sich nicht davon beirren lassen, dass man manche Laute zwar h\u00f6rt, diese aber nicht verschriftet ( \/Urzaeit\/, \/kompt\/) und wieder andere \u00fcberhaupt nicht zu h\u00f6ren sind und dennoch geschrieben werden m\u00fcssen (&#8222;Uhrzeit&#8220; oder &#8222;beten&#8220;&gt; normal gesprochen als \/betn\/).<\/p>\n<p>Genauso wenig wie Sie seinerzeit k\u00f6nnen Kinder wissen oder gar h\u00f6ren, dass und wie sich die einzelnen W\u00f6rter buchstabieren lassen. Kein Mensch kann akustisch wahrnehmen, dass das &#8222;Fenster&#8220; bei uns durch diese sieben Buchstaben repr\u00e4sentiert wird. Erst mit dem Blick zur\u00fcck, also durch den R\u00fcckbezug vom gewussten Wortbild auf das gesprochene Wort, kann man korrekt buchstabieren. Es gilt also, Kindern auf eine Weise, die sie verstehen k\u00f6nnen, zu einem selbstverst\u00e4ndlichen, souver\u00e4nen Umgang mit der Schriftsprache zu verhelfen.<\/p>\n<h1>Systematisches F\u00f6rdern oder spielerisches Lernen?<\/h1>\n<p>Aus lauter Sorge, man w\u00fcrde Kindern die Lust am Schreiben nehmen, hat man sich hierzulande lange und oft von der Auffassung leiten lassen, es g\u00e4be einen in der nat\u00fcrlichen Entwicklung angelegten Zugang zur Schrift und Erzieher wie Eltern d\u00fcrfen die Kinder bei ihrem h\u00f6chst geheimen Kreiseln um keinen Preis st\u00f6ren. Mit dieser verqueren Parteinnahme f\u00fcr die Kinder schwindelt man sich \u00fcber die objektiven Schwierigkeiten hinweg, die es nun einmal gibt &#8211; und verwehrt den Kindern just jene Unterst\u00fctzung, die sie br\u00e4uchten.<\/p>\n<p>Kinder suchen doch nach Regelhaftigkeiten und wollen ernstgenommen werden. Diese Ernsthaftigkeit sollte nicht mit sturem Pauken verwechselt werden, denn Schriftsprache ist durchaus einsehbar, sie hat zum Gl\u00fcck ihre Logik. Dabei gilt es, zwischen dem spielerischen Umgehen mit Sprache und einem allm\u00e4hlichen Verstehen vom Zusammenhang zwischen gesprochener und verschrifteter Sprache die Balance zu halten.<\/p>\n<p>Bei anderen sollte eines bedacht werden: Kinder m\u00fcssen Fehler machen d\u00fcrfen, auf welcher Stufe des Schriftspracherwerbs auch immer sie befinden! Wenn gemeinsam mit den Kindern ihr kreatives Herantasten an Sprache als eine echte Leistung und ein Fehler als Informationsquelle \u00fcber Verstandenes und Nichtverstandenes begriffen wird, ist dies die beste Gew\u00e4hr daf\u00fcr, dass ihre urspr\u00fcngliche Begeisterung f\u00fcr Bildung erhalten bleibt.<\/p>\n<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-page pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/kleinespechte.de\/spechtblog\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/153?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kleinespechte.de\/spechtblog\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen und Schreiben in der Vorschulzeit? Was k\u00f6nnen wir tun, um die Kindern den \u00dcbergang vom Sprechen zum Erlernen der Schriftsprache zu erleichtern? 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